Our members’ international success has been carried into the popular German Magazine “Boote” – In German.

TRIUMPF DER FAHNDER

Das Konstanzer KBK war 2017 an Sicherstellungen im Gesamtwert von 2,6 Mio. Euro maßgeblich beteiligt

Bootskriminalität spielt im Europa der offenen Grenzen auf internationaler Ebene, perfekt organisiert von Hinterleuten in unterschiedlichen Ländern. Dass das Treiben mobiler Diebesbanden längst nicht mehr auf rein nationaler Ebene bekämpft werden kann, ist sonnenklar. So arbeiten auch die öffentlichen und privaten Ermittler in Europa immer besser zusammen. Eine Schlüsselposition in diesem Fahndungsnetzwerk nimmt eine kleine, hoch spezialisierte Dienststelle ein, die bei der WSP-Station Konstanz am Bodensee angesiedelt ist: das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Polizei Baden-Württemberg – kurz KBK. Wenn es um die Suche nach gestohlenen Booten, Jetskis und Außenbordmotoren geht, werden die vier KBK-Ermittler weit über die Grenzen des Bundeslandes und sogar über Deutschland hinaus um Unterstützung gebeten. Sie sind ein Triumpf im Blatt der Fahnder und immer für einen Stich gut – wenn nicht sogar den entscheidenden: beispielsweise, wenn bei Fahrzeugkontrollen auf Transitrouten verdächtige Ladung entdeckt wird, die möglichst rasch identifiziert werden muss. 2017 war das KBK besonders erfolgreich, wie der Mitte Juni veröffentlichte Jahresbericht eindrucksvoll belegt. Gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und 13 benachbarten Ländern schlugen die Konstanzer 138 Mal zu: Dabei gelang es, europaweit 19 Sportboote, einen Jetski, 105 Außenbordmotoren sowie einen Bootstrailer im Gesamtwert von etwa 2,6 Mio. Euro sicherzustellen. Das ist fast das Zweieinhalbfache der Sicherstellungssumme von 2016. Als „Beifang“ kamen noch hinzu: sieben Kraftfahrzeuge, ein Anhänger, ein Quad, vier Rüttelplatten sowie diverse

Fahrräder im Wert von weiteren 200 000 Euro. Neben der Sicherstellung einer Absolute 52 Fly (Zeitwert 750 000 Euro) in einem tunesischen Hafen – sie war ihrem deutschen Eigner eine Woche zuvor auf Mallorca gestohlen worden – sowie dreier von ihren Vercharterern zum Schaden einer Leasingbank unterschlagenen Segelyachten mit einem Gesamtwert von rund 350 000 Euro (siehe dazu die Rubrik „Wanted“ in BOOTE 4/2017, 5/2017 und 4/2018) machte das KBK bei einem weiteren Fall den Unterschied: Ungarische Fahnder kontrollierten im Grenzgebiet zu Rumänien einen Lkw. Unter seinem Planverdeck hatte er mehrere gebrauchte Pkw aus den Niederlanden geladen, die dort offenbar legal erworben wurden. Im Inneren der Pkw jedoch machten die Polizisten eine interessante Entdeckung: neun Außenbordmotoren verschiedener Hersteller und Leistungsstufen. Darunter befanden sich zwei 400-PS-Motoren (Gewicht jeweils 315 kg!), die von den Konstanzer Spezialisten identifiziert und mit Unterstützung des Herstellers einem aktuellen Einbruch in Antwerpen zugeordnet werden konnten. Die Außenbordmotoren im Wert von mehr als 120 000 Euro wurden sichergestellt und unter Mithilfe des KBK wieder nach Belgien „reimportiert“.

Die Suche geht weiter: Bitte beachten Sie die aktualisierte Neuauflage unseres gemeinsam mit dem KBK und MCS Marine Claims Service herausgegebenen DIN-A1- Plakates „Gestohlene Boote“ (Foto), das deutschlandweit an Häfen, Händler, Schleusen, WSP-Stationen sowie Wasserund Schifffahrtsämter verschickt wurde. Es enthält neben 74 Steckbriefen gestohlener Boote und Jetskis wichtige Tipps, wie man sich vor dem Kauf von Hehlerware schützen kann. Wer kein Plakat erhalten hat, unsere Aktion aber unterstützen will, kann per Mail an wanted@boote-magazin.de gern ein Exemplar anfordern.

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